Die Kirche des Heiligsten Herzens Jesu in Mirabella Imbaccari, liebevoll „kleine Kirche“ genannt, erzählt eine eindrucksvolle Geschichte von Glauben und Widerstandskraft, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihren Ursprung hat.
Ihre Geschichte begann mit einem gescheiterten Bauprojekt im Jahr 1904, als finanzielle Schwierigkeiten die Fertigstellung verhinderten, trotz der Grundsteinlegung durch Monsignore Damaso Pio De Bono. Den entscheidenden Impuls brachte das verheerende Erdbeben von 1908, das die Mutterkirche unbenutzbar machte und den dringenden Bedarf nach einem neuen Gotteshaus schuf.
In dieser Notsituation fand der junge Priester Rosario Gagliano eine Übergangslösung in einem großen Lagerhaus im Viertel Forche, das von Salvatore Politini zur Verfügung gestellt wurde. Dort wurde am 5. Januar 1909 die erste Messe in bewegender Atmosphäre gefeiert, mit einem einfachen Holzaltar. Dank des Engagements der Gläubigen wurde der Raum schrittweise umgestaltet und 1911 offiziell anerkannt.
Das Innere mit seinen drei Schiffen bewahrt ein bedeutendes künstlerisches Erbe, darunter ein Holzkruzifix von Vincenzo Moroder und die Statue des Heiligsten Herzens von Luigi Santifaller. Besonders bemerkenswert ist ein Holzaltar, der vermutlich von Ignazio Paternò Castello, dem letzten Fürsten von Biscari, gestiftet wurde.
Im Laufe der Zeit wurde die Kirche durch einen Glockenturm (1933), ein Taufbecken aus Carrara-Marmor (1940) und ein kunstvolles Portal aus Nussbaumholz (1961) erweitert.
Heute ist die Pfarrei ein zentraler Bezugspunkt für die Gemeinschaft und bewahrt die Erinnerung an ihren Gründer, Don Rosario Gagliano, dessen sterbliche Überreste seit 1947 im Inneren ruhen.
Eine Inschrift würdigt ihn als den Erbauer dieses Gotteshauses, das bis heute als Lichtquelle und spiritueller Orientierungspunkt für die gesamte Gemeinschaft dient.