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Was bleibt, zwischen Orient und Okzident

Willkommen im Palazzo Biscari, Sitz des Parco dei Saperi in Mirabella Imbaccari, wo die Dauerausstellung „Was bleibt“ zu einer faszinierenden Reise durch antike Kleidung und Textilien einlädt – als symbolische Brücke zwischen Ost und West.

Die Ausstellung, ermöglicht durch die großzügige Schenkung der Kunsthistorikerin Martina Corgnati, beginnt mit einer eindrucksvollen Darstellung des Globus, der die Herkunft jedes Objekts kartiert und den Besucher von Afrika über den Nahen Osten und Asien bis nach Japan führt.

Die Erzählung eröffnet mit einer Hochzeitstunika aus dem Maghreb, aus Nabeul in Tunesien, gefertigt aus écru Leinen und reich bestickt mit Motiven von Fruchtbarkeit und Wohlstand in den Farben der Sonne und der Datteln. Neben diesen fernen Traditionen feiert die Ausstellung die lokale Identität mit einem monumentalen Gemeinschaftswerk in Klöppelspitze, geschaffen 2025 von den Spitzenklöpplerinnen von Mirabella als Erbe der von Angelina Auteri zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingeführten Tradition.

Die Reise führt weiter nach Ägypten mit einem schwarzen, glänzenden Baumwollkleid, bestickt mit Rosen im Kreuzstich für den Geschmack europäischer Reisender. Aus dem Sinai stammt ein Kleid mit geometrischen Stickereien in Blau und Rot, während Syrien ein männliches Gewand aus natürlicher Indigo-Baumwolle präsentiert, Symbol für Qualität und Eleganz.

Der Weg führt in die nomadische Welt mit dem Thob abou irdân aus der Negev-Wüste in schwarzem Baumwollsatin, symbolisch durch blaue Stickereien gegen den bösen Blick geschützt. Daneben ein wertvoller palästinensischer Burqa, reich verziert mit Münzen und Bernstein. Aus Kurdistan stammt der Ciapan aus Rohseide mit Cochenillefärbung, während Syrien die Abayah zeigt, eine zeremonielle rote Wolljacke mit polychromer Seidenstickerei.

In Zentralasien offenbart der turkmenische Tchirpy die symbolische Bedeutung von Lebensalter und Kosmos durch das Motiv des Lebensbaums. Aus dem Iran stammen schlichte Nomadengewänder, während Usbekistan den Chapan aus Samarkand in Ikat-Seide präsentiert, „wolkenartig“ in seinen Farbverläufen. Tibet zeigt ein blaues Seidengewand mit Lishui-Stickerei, das den universellen Ozean evoziert.

Aus Burma kommt eine Hochzeigstunika mit eingearbeiteten Pflanzensamen, gefolgt von Japan mit einem edlen Furisode-Kimono aus Seide, einst im Besitz von Milva, geschmückt mit Kranichen als Symbol der Langlebigkeit. Die Ausstellung endet mit zwei starken Ausdrucksformen von Identität und Status: einer männlichen Maasai-Leder-Schürze mit Perlen und dem feierlichen westafrikanischen Boubou Kike mit kalligrafischen Mustern und einer großen symbolischen Spirale.

Eine textile Reise, die zur Erzählung der Welt, ihrer Kulturen und ihrer tiefsten Identitäten wird.

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